Lyriker, IEI, Bradbury


1. Die Zeitintuition  als Basisfunktion

Der Lyriker richtet sich in seinem Verhalten nach intuitiven Vorahnungen. Dank dieser Eigenschaft kann er in der schwierigsten Lage überleben, da er Künstlichkeit, Falschheit,  Heuchelei und Sittenverfall schnell erkennt. Verfügt frei sowohl über seine eigene, als auch über die fremde Zeit. Er handelt immer so, als ob er eine Zeitreserve habe. Verschiebt vieles auf morgen. Ein großer Träumer und eine lyrische Natur. Die von seiner Phantasie gezeichneten Bilder sind hell und leuchtend, viel attraktiver als das alltägliche Leben. Er glaubt an eine gute Zukunft. Beruhigt die Menschen, seine Aussagen über eine baldige Wendung zum Besseren geben ihnen Hoffnung. Er konzentriert sich nicht auf die Fehler der Vergangenheit.

2.  Die Emotionsethik  als Kreativitätsfunktion

Der Lyriker kennt sich gut in den Gesetzmäßigkeiten des emotionalen Lebens der Menschen aus. Er kann im geeigneten Augenblick, wenn der Mensch gut gelaunt ist, sich an ihn mit einer Bitte wenden, so dass es schwer ist, ihm abzusagen. Hat eine feine Reaktion auf das Komische im Leben. Er mag Humor. Scherzt, macht Spaß, heitert seine Mitmenschen auf, indem er bei  ihnen  positive Emotionen auf verschiedene Weise hervorruft. Ein friedliebender Mensch.  Kann die Streitfälle zwischen seinen Angehörigen nicht leiden. Kommt gerne zur Versöhnung und ist dazu bereit, sich für die Beilegung des Konfliktes aufzuopfern. Innerlich ist er unruhig. Nimmt vieles zu Herzen, verbirgt jedoch seine Aufregung und schlechte Stimmung hinter einem milden Lächeln.

3. Die Empfindungssensorik  als Rollenfunktion

Der Lyriker kümmert sich viel um sein Aussehen. Er versteht es, sich elegant und geschmackvoll zu bekleiden. Er ist anmutig, tut dem Auge mit ästhetischen Bewegungen wohl. Drängt sich niemandem auf. Bemüht sich darum, sich den Gewohnheiten und Geschmäcken der Menschen maximal anzupassen. Er ist sehr verträglich. Beklagt sich  bei den Menschen über Gesundheit, schlechte Fürsorge für ihn, Gleichgültigkeit. Doch in den extremen Situationen fasst er Mut und bewältigt den Schmerz. Gewinnt Sicherheit und Kraft in einer komfortablen Atmosphäre und im gewohnten Bekanntenkreis.  In diesem Fall erlaubt er sich auch zu befehligen.

4. Die Handlungslogik  als Verletzbarkeitsfunktion

Der Lyriker versteht es nicht, Geld einzusparen bzw. strenge Finanzbuchhaltung zu führen. Er gibt Geld für die aus seiner Sicht schönen, jedoch nicht immer nützlichen Sachen aus. Wenn er in Zahlungsschwierigkeiten kommt, dann weiß er, wen um Hilfe anzugehen. In solchen Fällen findet er, was vorteilhaft zu verkaufen wäre. Die langfristigen Beziehungen sind bei ihm nicht selten mit der pragmatischen Berechnung vereinigt. Die Vernunftsehen erweisen sich bei ihm als fester als Liebesehen. Er verträgt sich schlecht mit denjenigen, die ihn zur Arbeit in dem ihm nicht eigenen Rhythmus zwingen. Er hofft auf  Nachsicht, Vergünstigungen und Atempausen während der harten Arbeit.

5. Die Willensensorik  als Suggestiv-Funktion

Der Lyriker verträgt sich gut mit starken und entschlossenen, selbstsicheren Menschen Er lässt aber nicht zu, dass es zum Despotismus kommt. Er äußert sich offen über Primitivität der rohen Gewalt. Spürt gut, welche Kraft anzuwenden ist, um seinen Willen durchzusetzen. Doch entscheidet er sich selber für ein gewaltsames Vorgehen nur dann, wenn er sich oder seine Angehörigen physisch bedroht fühlt. Wenn  er sich stets in unbehaglichen Zuständen befindet, beginnt er sich mit betonter Grobheit und Herausforderung zu benehmen. Er tut es mit dem Ziel, seinen weichen und viktimen Charakter zu verbergen. Ohne eine „feste Hand“ ist er ungesammelt und zerstreut bis zur Schlamperei. Es ist leicht, ihn vom rechten Weg abzubringen, ihn mit dem zu verführen, was  die angenehmen Empfindungen verspricht. Bei ihm bilden sich leicht üble Angewohnheiten, die ihm nur mit Gewalt abzugewöhnen sind.

6. Die Strukturlogik  als Aktivierungsfunktion

Wenn es keine Deutlichkeit und  Eindeutigkeit im Verständnis der Situation gibt, verdirbt seine Stimmung und er wird verwirrt. Chaos, Unorganisiertheit, Haltlosigkeit schlagen ihn nieder. Der Lyriker handelt mit Enthusiasmus, wenn er sich auf einen durchdachten, logisch geprüften Plan mit einem deutlichen Endziel stützt. Er bedarf sehr der Schemata und  Technologien. In den  extremen Situationen wird er kaltblütig. Dann arbeitet sein Gedanke deutlicher, begründete Entscheidungen werden leichter getroffen.  Zu große Reglementierung und kleinliche Kontrolle setzen seine Stimmung stark herab. Die ständige feste Disziplin ist nicht für ihn.

7. Die Möglichkeitsintuition  als Kontrollfunktion

Die lebenswichtigen Werte und Ideale sind einer seiner verwundbaren Punkte. Er nimmt es sehr zu Herzen, wenn die Zeit vergeht, und die Kompromisse und  Zugeständnisse sich hinziehen und keine Lösung finden. Er erträgt keine Unterdrückung, keine Nivellierung  sowohl seiner eigenen Fähigkeiten, als auch der Fähigkeiten der ihn umgebenden Menschen. Lebt nach dem Prinzip der Nichteinmischung in die innere Welt der Persönlichkeit. Zwar könnte er einen wertvollen Ratschlag für die Entfaltung der Fähigkeiten geben, wenn man sich an ihn wenden würde. Seine eigenen Fähigkeiten betrachtet er ziemlich kritisch, häufig unterbewertend. Er hat Angst davor, unbegabt bzw. nicht herausgefordert zu bleiben. Er bedarf der Komplimente und Ermutigung. Aus den vorhandenen Ideen  wählt er gut die am meisten perspektivische aus. Sucht sich immer eine solche Beschäftigung, die seinem Ideal des Dienstes an den Menschen entsprechen sollte.

8. Die Beziehungsethik  als Standardfunktion

Sein Verhältnis bekräftigt er mit der Tat. Für diejenigen, die er mag, kann er vieles machen. Er ist auch unternehmungslustig, wenn er fühlt, dass er damit die Sympathien der Umgebung erobert. Erfüllt stabil die laufenden Pflichten nur in der  Arbeitsgruppe mit  eingestelltem System der zwischenmenschlichen Beziehungen. Er warnt, dass persönliche Feindschaft und Zwistigkeiten zum Scheitern der Sache führen. Macht alles Mögliche, damit die Geschäftsverbindungen auch mit günstigen informellen Beziehungen begleitet werden. Der Lyriker trägt zur Arbeitsgruppe ein harmonisierendes Element bei. Auf die Menschen einredend, leitet er die Beziehungen auf solche Weise, dass die Sache sich in eine für ihn vorteilhafte Richtung wendet. Benutzt erfolgreich Bekanntschaften und  persönlichen Charme.

© Autor: Viktor Gulenko
© Übersetzung: Nadiya Medvedovska