Marschall, SLE, Schukow

1. Die Willensensorik  als Basisfunktion

Der Marschall ist ein entschlossener Mensch, er kann gewaltsam handeln, wenn die Situation das erfordert. Stellt sich auf den Sieg um jeden Preis ein. Je mehr Hindernisse er auf dem Weg trifft, desto entschiedener wird er und greift aktiver an. Er ist seiner Sache gewiss, Zweifeln und Schwanken sind ihm fremd. Seine Einschätzungen sind kategorisch. Er behält das letzte Wort. Stellt ein Ultimatum: da ihr mich gewählt habt, ordnet euch nun unter. Kann die schwächste Stelle beim Gegner finden. Wenn der gerade Angriff keinen Erfolg bringt, beginnt er ein Umgehungsmanöver von der Seite oder hinterrücks. Wirkt nicht selten durch dritte Personen.

2. Die Strukturlogik  als Kreativitätsfunktion

Berechnet gut verschiedene Handlungspläne im Kopf und wählt daraus den logischsten für die aktuelle Situation. Löst Denkaufgaben. Versteht, die Menschen um sich für ein konkretes Ziel zu gruppieren. Weist jedem präzise Stellung in seinem Team zu. Koordiniert sicher die gemeinsamen Handlungen. Kontrolliert nur Knotenpunkte, dringt in Details nicht ein. Ihn interessiert nicht der Prozess, sondern das Ergebnis. Bemüht sich darum, alles einfach und verständlich zu erklären, die anschaulichen Beispiele anführend. Erfasst gut die Logik der Handlungen anderer Menschen, deshalb kann nur derjenige gegen ihn gewinnen, wer sie ständig ändert. Die besonderen, unlogischen Situationen machen ihn verwirrt.

3. Die Möglichkeitsintuition  als Rollenfunktion

Ab und zu wird der Marschall nachdenklich. Er kapselt sich ab, macht sich Gedanken über Zukunftsaussichten und die sich neu eröffnenden Möglichkeiten. Indem er sich zwingt, erreicht er das, was den Anderen praktisch unmöglich scheint. Antwortet kühn auf Herausforderung, wenn seine Fähigkeiten angezweifelt werden. Meint von sich selber, außerordentlich klug zu sein. Erfasst die Situation im Ganzen. Stellt sich flexibel um, wenn das Unternehmen in eine aussichtslose Lage gerät. Demonstriert in der Öffentlichkeit gerne sein Wissen und Gelehrsamkeit. Mag in der Rolle eines Gönners oder Mäzens auftreten.

4. Die Beziehungsethik  als Verletzbarkeitsfunktion

Dem Marschall fällt schwer die Einrichtung der persönlichen Beziehungen zu Menschen in der informellen Situation. Er ist unduldsam und unnachgiebig, neigt zum Diktat in den Beziehungen. Glaubt nicht, dass es reine, platonische Beziehungen gibt. Verkündet häufig, dass er „für Gerechtigkeit“ steht — für gleiches Verhältnis zu allen. Trotzdem hat er seine Günstlinge oder Verfolgten. Verhält sich nur zu dem gut, wer seine Freunde respektiert und gegen seine Feinde auftritt. Errichtet für sich selber ein System der ethischen Werte, das mit dem allgemeingültigen häufig nicht übereinstimmt. Erträgt es nicht, wenn von ihm persönliche Verpflichtungen gefordert werden. Die Menschen, denen er zugetan ist,  lässt er lange von sich nicht gehen. Strebt danach, sie auf jede Weise von sich abhängig zu machen, „zu zähmen“.

5. Die Zeitintuition  als Suggestiv-Funktion

Empfindet gut Beruhigungsworte, positive Prognosen, Glauben an die Zukunft. Pessimismus und Aberglauben ärgern ihn. Ihn beruhigt und lässt entspannen ein leichter, problemloser Kommunikationsstil, eine optimistische Weltanschauung. Für jedes Unternehmen bestimmt er den Zeitraum, nach dessen Ablauf er einen endgültigen Beschluss fasst: ob die Sache fortzusetzen oder einzustellen ist. Gewährt nicht mehr als eine Chance. Die Zeit mildert seinen harten Charakter. Nachdem er eine Reihe von schwer erklärbaren Niederlagen erlitt, beginnt er, über das Schicksal nachzudenken, kann sich zur Religion wenden, mit der Wohltätigkeit beschäftigen.

6. Die Emotionsethik  als Aktivierungsfunktion

Wenn er dazu gebracht wird, kann er in grausame Wut ausbrechen. In solchen Minuten kann er seinen Zorn nicht überwältigen. Ein großer Hasardeur. Mag Wettbewerbe, lärmende Gesellschaften, wo man sich emotional entspannen kann. Es gefällt ihm, wenn man ihn begeistert, ihm die Stimmung hebt. Sein emotionaler Zustand hängt in vieler Hinsicht von den Emotionen der Umgebung ab. Mag Musik hören. Sie stimmt ihn froh, schafft seelisches Gleichgewicht.

7. Die Empfindungssensorik  als Kontrollfunktion

Komfort, gute materielle Bedingungen fürs Leben sind sein sehnlichster Wunsch. Strebt danach, sie sich und seinen Angehörigen zu gewährleisten. Fühlt sich ohne das nicht ausgefüllt, als ein Pechvogel. Respektiert die schwächlichen Menschen mit der schlechten physischen Vorbereitung nicht. Er ist auf seine gute Körperverfassung stolz oder nimmt es sehr zu Herzen, wenn sie fehlt. Wegen der Unmäßigkeit der Triebe verschwendet er schnell seine natürliche Gesundheitsreserve. Fühlt sich beleidigt, wenn man ihn nicht einen sorgsamen Menschen nennt. Sein Aussehen ist entweder unauffällig, oder es betont den Status. Bei ihm ist Gefühl der Harmonie, ästhetischer Geschmack schlecht entwickelt. Er ist für physische Triebe stark anfällig, insbesondere für die sexuellen. Befriedigt körperliche Bedürfnisse früher als die geistigen.

8. Die Handlungslogik  als Standardfunktion

Ein guter Wirt, der versteht, die Sache einzurichten. Zieht Gewinn aus beliebigen Unternehmen. Im Handeln hat er keine Neigung zur Sparsamkeit. Schätzt die kleinen Summen nicht. Er ist nur im Großen sparsam. Besitzt handwerkliche Fertigkeiten. Doch bei der großen Arbeitsbelastung stellt er die Menschen an, die es für ihn machen sollten. Er mag, die komplizierte Technik in extremen Situationen zu lenken. Die Menschen prüft er auch in der Aktion, indem er die Unerfahrenen sofort „im Tiefen schwimmen“ lässt.


© Autor: Viktor Gulenko
© Übersetzung: Nadiya Medvedovska