Meister, SLI, Gabin

1. Die Empfingungssensorik  als Basisfunktion

Der Meister erkennt die Welt durch Empfindungen. Nimmt alles scharf wahr, was die natürliche Harmonie verletzt. Lehnt jede Unnatürlichkeit, Gekünsteltheit, ungesunde Instinkte ab. Er ist mäklig. Sorgt für seine Angehörigen. Wenn er sieht, dass der Mensch müde ist oder sich schlecht fühlt, kommt er ihm gleich zu Hilfe. Niemals lässt er einen Freund im Stich. Spürt gut die Möglichkeiten der Empfindungen. Auf der Jagd nach ihrer Neuheit (Fischen, Pilzesammeln oder Beerenlese, Baden, Reisen u. ä.) führt er bewegtes Leben. Erträgt keine Einförmigkeit und Langeweile. Genießt die freie Natur. Er ist innerlich empfindlich und verletzbar, obwohl er es nicht zeigt. Zum Zweck des Überlebens kann er sich den herrschenden Sitten anpassen, notwendigerweise folgt den gesellschaftlichen Stereotypen.

2. Die Handlungslogik  als Kreativitätsfunktion

Der Meister arbeitet gut mit den Händen. Repariert lieber die Sachen, als sie hinauszuwerfen. Sparsam im Umgang mit materiellen Ressourcen. Hat eine technologische Denkweise. Findet einfache, aber wirksame Methoden für die Lösung der geschäftlichen Fragen. Bevor er sich an die Arbeit macht, denkt er mehrere Varianten für die Erreichung des erwünschten Ergebnisses durch und wählt daraus die am meisten rentable. Arbeitet nur auf eine für ihn bequeme Weise. Bemerkt jene Menschen, die der Arbeit ausweichen oder pfuschen. Durchdenkt, wie sie zur Arbeit zu zwingen oder zu entfernen sind. Er selbst tut nur das streng Notwendige. Beherrscht meisterhaft Instrumente und technische Mechanismen. Beschäftigt sich hartnäckig mit der Vervollkommnung in der gewählten Tätigkeitsart. Hofft auf ein schnelles Ergebnis dank der rationalen Arbeitsorganisation.

3. Die Zeitintuition  als Rollenfunktion

Der Meister zwingt sich, mit den versprochenen Fristen zurechtzukommen, sich nicht zu verspäten. Es gefällt ihm, überall zur rechten Zeit zu kommen, seine Zeit zu verwalten. Fürchtet davor, dass man ihm einen unbequemen Zeitplan aufdrängt. Im Umgang mit den Menschen demonstriert er seine Lebenserfahrung. Äußert seine Skepsis durch spezifischen Humor und Selbstironie. Doch im Inneren verliert er nicht die Hoffnung auf Erfolg. In der kritischen Situation, bei der heftigen Veränderung der Situation verfällt er nicht in Panik, sondern sucht eine Weise, Zeit zu gewinnen. Folgt seinem inneren Spürsinn hinsichtlich der Ereignisse. Fühlt sich von den Launen des Schicksals abhängig. Die Lebenserschütterungen nimmt er auf sich in der Bemühung, seine Angehörigen davon zu bewahren. Doch ist es schwer für ihn, diese Belastung eine lange Zeit zu ertragen.

4. Die Emotionsethik  als Verletzbarkeitsfunktion

Der Meister zeigt bei der Äußerung seiner Emotionen Kontraste: mal kaltblütig und in sich versunken, wie "ein Eisberg im Ozean", mal, umgekehrt emotional aufgeregt und energisch. Bewertet die menschlichen Beziehungen nach dem Grad der emotionalen Erscheinungsformen. Die stürmischen Emotionen sind für ihn ein Merkmal der Instabilität, der schlechten Beziehungen. Während des Konfliktes bevorzugt er, sich in den Streit nicht einzumischen, sondern einfach wegzugehen. Aber wenn er empfindlich getroffen wird, antwortet er in heftiger Form. Er führt keine vertraulichen Gespräche mit den Unbefugten. Mag nicht, wenn man in ihn dringt bzw. versucht, seine inneren Erlebnisse durchzuschauen. Man muss ihn ohne Worte verstehen.

5. Die Möglichkeitsintuition  als Suggestiv-Funktion

Der Meister mag, wenn seine Fähigkeiten und Errungenschaften gebührend bewertet werden. Wenn seine Ergebnisse unbemerkt bleiben, so verschwindet bei ihm jeder Wunsch, sich zu bemühen. Wenn seine Fähigkeiten eine lange Zeit von niemandem gebraucht werden, kann er sogar krank werden. Er bedarf der neuen, ungewöhnlichen Problemsituationen, die ihn vom grauen Alltag ablenken. Wenn aber eine Veranstaltung ihn nicht interessiert, geht er ungezwungen seiner Arbeit nach oder schaltet sich einfach aus. Man muss ihn aufmuntern und für die Sache begeistern, sonst wird er entkräftet und gerät in Schwermut. Ohne neue spannende Ziele sinkt sein physischer Tonus. Man soll ihm Komplimente machen, ihn loben, eines schnellen Erfolges versichern. Sein Zustand ist optimal, wenn der Erfolg immer wieder entwischt,  aber schon ganz nahe ist.

6. Die Beziehungsethik  als Aktivierungsfunktion

Seine Stimmung hängt davon ab, wie sich seine Mitmenschen ihm gegenüber verhalten. Vertraut nur den tiefen Anhänglichkeiten, den standfesten, mit der Zeit geprüften Gefühlen der Mitmenschen an. Im Umgang mit Anderen bestimmt er selbst eine für ihn notwendige psychologische Distanz und wird sehr nervös, wenn jemand sich daran nicht hält. Kann aufdringliche Menschen nicht dulden. Er hat keine Lust, in einer psychologisch ungesunden, zänkischer Umgebung zu leben oder zu arbeiten. Die Ausgeglichenheit der Beziehungen ist für ihn eine unerlässliche Bedingung des vollwertigen Lebens. Ungeachtet seiner Pingeligkeit und Distanziertheit in der Kommunikation, ist er in Bezug auf menschliche Mängel ziemlich tolerant. Er ist arglos und kann den Menschen vergeben.

7. Die Willensensorik  als Kontrollfunktion

Verhält sich kritisch zur Gewalt und Nötigung. Er übt auf niemanden Druck aus, dennoch unterwirft sich selber den Versuchen des Diktates nicht. Mag keine Konkurrenz, zeigt keine Ambitionen bzw. Karrierenbestrebungen. Er kämpft nicht um die Macht, erhebt keinen Anspruch auf eine höhere Stelle. Nach dem Sprechtempo, den Manieren und dem Aussehen des Menschen bestimmt er seine Kraftqualitäten und Arbeitseffektivität. Unterscheidet sofort Prahlerei von realen Möglichkeiten. Weiß, welche Kraft und in welche Richtung für die Erreichung eines gewünschten Ziels anzuwenden ist. Doch kann er selber auf die Schmerzpunkte nicht effektiv einwirken. Verwendet Gewalt selten und immer unter dem Druck der äußerlichen Umstände.

8. Die Strukturlogik  als Standardfunktion

Ein zuverlässiger Geschäftspartner. Erfüllt seine Pflichten, wenn er sie für vernünftig hält. Bevorzugt Offenheit und vollständige Klarheit in den geschäftlichen Beziehungen. Sehr hartnäckig. Wenn er seiner Sache gewiss ist, kann man ihn praktisch nicht vom Gegenteil überzeugen. Hält kaltblütig an seinem Verständnis der Situation fest. In der Handlung zeigt er Berechnung und Planmäßigkeit. Bemüht sich immer darum, mit einem minimalen Kraftaufwand umzugehen, weniger Menschen zu beteiligen. Ein Gegner der Bürokratie und kleinlichen Kontrolle. Stellt sich biegsam in Einzelheiten um, jedoch hält er sich streng an das technologische Hauptschema.


© Autor: Viktor Gulenko
© Übersetzung: Nadiya Medvedovska