Entdecker, ILE, Don Quijote


1. Die Möglichkeitsintuition  als Basisfunktion

Der Entdecker sieht gut die Aussichten für neue Ideen und Projekte. Er interessiert sich für alles reihum in der Hoffnung, etwas Einzigartiges zu finden. Gibt schnell jene Ideen auf, die sich als aussichtslos erwiesen haben, und stellt sich auf etwas Neues ein. Hat vielfältige Interessen. Nicht selten sind seine Hobbys mit der Hauptarbeit auf keinerlei Weise verbunden. Strebt danach, alle Entdeckungen und Neuerungen zu sammeln, die das für ihn interessantes Problem betreffen. Findet kühne, alternative Ideen zu jeder Frage, mit der er zu tun hat. Erträgt keine Routine und Fesseln der Traditionen. Wenn die Sache, womit er sich zu beschäftigen hat, ihn nicht hinreißt, verleiht er ihr eine ganz neue Wendung. Er kann mehrere Anwendungsbereiche für eine Erfindung oder Entdeckung vorschlagen. Beharrlich und expansiv in der Verbreitung seiner eigenen Entwicklungsarbeiten. Um sich für eine Idee zu entflammen, muss er sie zum „seinen Eigen“ machen.

2. Die Strukturlogik  als Kreativitätsfunktion

Der Entdecker strebt danach, die komplizierten Objekte oder Erscheinungen zu erforschen und zu erklären, zu denen es keine eindeutigen Konzepte oder logischen Theorien gibt. Stellt die Wechselbeziehung verschiedener Schemata oder Strukturen klar. Vergleicht unterschiedliche Systeme miteinander. Wenn sich eine Idee in das von ihm zusammengestellte Gesamtschema nicht einfügt, kann er sie ändern und auf solche Weise darstellen, dass sie in den nötigen Rahmen doch passt. Jedes Problem analysiert er komplex und vielseitig. Erklärt, in welchen Fällen dieser oder jener Aspekt wirkt. Stellt seine Struktur wie im Baukasten, aus fertigen Bestandteilen zusammen. Stimmt interessante Beobachtungen oder Überlegungen mit seiner eigenen Theorie ab. Strebt danach, eine einheitliche Erklärung für heterogene Erscheinungen zu finden. Ihm ist es wichtig, die Kausalketten zwischen dem Einzelnen und Allgemeinen festzustellen.

3. Die Willensensorik  als Rollenfunktion

Der Entdecker ist charakterlich nicht aggressiv, aber er kann seine Lebensweise und seine Theorien sehr aktiv behaupten. Reagiert sehr stürmisch auf den Versuch, ihn aus seiner Sicht unbegründeten Beschränkungen unterzuordnen. Wenn man auf ihn Druck ausübt, geht er gleich zum kurzen, aber starken Gegenangriff über. Dabei wird er so erregt, dass er Kontrolle über seine Taten zeitweilig verliert. Während der Unterhaltung versucht er, die ganze Aufmerksamkeit des Gesprächspartners zu fesseln. Dabei gestikuliert er stark, spricht mit lauter Stimme, dreht irgendwelchen Gegenstand in den Händen oder streift den Gesprächspartner. Zwar kann er auf eine Herausforderung antworten, erträgt aber die dauernde Konkurrenz nicht, da es ihm an Kräften fehlt, sich im mobilisierten Zustand zu halten. Deshalb vermeidet er gerade Rivalität.

4. Die Beziehungsethik  als Verletzbarkeitsfunktion

Der Entdecker geht mit den Menschen auf einer kurzen psychologischen Distanz um. Bewertet die Beziehungen nach dem Grad ihres Demokratismus. Je weniger Formalismus und Zeremonien, desto besser ist es für ihn. Sein Verhältnis zu Verwandten oder Freunden kann ziemlich inkonsequent sein. Mal ist er demokratisch bis zur Familiarität, mal plötzlich streng und unzugänglich, wie mit den Fremden. Den Menschen, die ihn um Hilfe bitten, kann er diese Hilfe uneigennützig leisten. Ihm fällt es sehr schwer, die Beziehungen zu verderben, dem Menschen seine Gesellschaft absagend. Spürt seine Gebundenheit mit den Beziehungen. Ohne sich zu genieren, teilt er seine persönlichen Probleme der Umgebung mit. Neigt dazu, Besonderheiten des Verhaltens der Menschen oder ihre Lebensweise zu besprechen.

5. Die Empfindungssensorik  als Suggestiv-Funktion

Häufig ist er bei der Einschätzung der physischen Eigenschaften der Gegenstände unsicher. Betrachtet, beriecht und betastet alles. Um den Geschmack der Speisen oder Getränke zu spüren, bedarf er ihrer beträchtlichen Dosis. Unterstützt seinen Tonus mit äußerlichen Stimulatoren. Stellt seine eigenen Bequemlichkeiten auf den ersten Platz. Er gibt Geld leicht aus, ohne sich Gedanken an den Bestand zu machen. Achtet auf die Ordnung um sich nicht. Lässt die Gegenstände dort liegen, wo sie benutzt wurden, und sucht später lange nach ihnen. Interessiert sich für die Fragen der Krankheiten und Gesundheit. Wenn er krank ist, nimmt er intensive Dosen der Medizin ein, sucht radikale Methoden. Jedoch beschäftigt er sich mit der alltäglichen Vorbeugung nicht. Sein Aussehen ist häufig unordentlich. Trägt schlecht die Kleidung, sie wird bei ihm schnell abgenutzt. Mag keine Veränderungen der für ihn gewohnten Ausstattung in der Wohnung. Er ist in den Geschmäcken und Alltagsgewohnheiten konservativ.

6. Die Emotionsethik  als Aktivierungsfunktion

Der Entdecker mag Gesellschaften, Partys, emotionale Kommunikation. Ohne Einspeisung mit positiven Emotionen bleibt er lange im faulen apathischen Zustand. Immer bereit zum heftigen Meinungsaustausch, interessanten Streit. Auf die Emotion antwortet er mit einer Emotion, deshalb ist es wichtig, den Grad der Einbeziehung nicht zu überdosieren, sonst vergisst er in Elan den Ausgangspunkt der Differenzen. Im emotional angeregten Zustand spricht er schnell und verworren. Die Gedanken beginnen, ihren Ausdruck in Worten zu überholen. Deshalb wird die Rede undeutlich. Bei ihm kommen sehr heftige Stimmungsumschwünge vor. Lärm, Humor, Lebensfreude wechseln mit Depression und Ungeselligkeit.

7. Die Zeitintuition  als Kontrollfunktion

Der Entdecker verfolgt ständig die vorhandene Zeitreserve. Er treibt die Anderen an, aber verfügt selber über seine und fremde Zeit so, wie er es für nötig hält. Nicht selten kommt er zu spät oder vergisst seine Versprechen, etwas zur vereinbarten Frist zu machen. Mal wirkt er allzu hastig, mal betont langsam. Er kann das mittlere Tempo der Lebenstätigkeit nicht einstellen. Lebt mit seinem eigenen Verständnis der Zeit. Neigt dazu, die ihn interessierenden Fragen in einer für Andere unpassenden Zeit zu besprechen. Er selber will aber das, was ihm nicht zeitgemäß scheint, nicht anhören. Sagt die Haupttendenzen der Ereignisse nicht schlecht voraus, da er sich auf deren vorigen Hergang stützt. Interessiert sich für Unfälle, Naturkatastrophen, Massentod der Menschen und andere schicksalsvolle Ereignisse.

8. Die Handlungslogik  als Standardfunktion

Der Entdecker beherrscht gut die Technologie der parallelen Handlungen. Versteht, mehrere verschiedenartige Prozesse gleichzeitig durchzuführen. Strebt danach, ein Maximum der Funktionen zu vereinbaren. In der finanziell-unternehmerischen Sphäre bekundet er zwar Findigkeit und Scharfsinn, unternimmt aber zu viele Geschäfte auf einmal, als dass er auf sie aufpassen könnte. Deshalb leidet er wegen der Unvollendetheit, Unwirksamkeit. Mag gerne befehligen, Aufträge verteilen. Er braucht einige Objekte des Einflusses, die er nach seinem Gutdünken schalten und walten könnte. Aus dem kleinen Geschäft folgt bei ihm ein großes, das für seine Verwirklichung beträchtlichen Energieaufwand fordert. Die gefundenen Ideen erprobt er sofort in der Praxis. Ein schöner Experimentator und Einrichter der einzigartigen Ausrüstung, leistungsfähig auf dem Gebiet der neuen Technologien.


© Autor: Viktor Gulenko
© Übersetzung: Nadiya Medvedovska