Vermittler, SEI, Dumas


1. Die Empfindungssensorik  als Basisfunktion

Der Vermittler ist ein Mensch von gewöhnlichen Vergnügen und einfachen Lebensfreuden. Er berücksichtigt sehr Gewohnheiten und Bequemlichkeiten der Umgebung. Stört die fremde Ruhe nicht. Kümmert sich immer um seine Gesundheit und gutes Befinden seiner Angehörigen. Umgibt sich mit angenehmen Kleinigkeiten. Bekleidet sich einfach und geschmackvoll. Die Extreme im Aussehen lehnt er ab. Strebt danach, sich im Hintergrund zu halten, hebt sich von den Anderen weder vorteilhaft, noch ungünstig ab. Verträgt sich mit allen, da er eine Stellung der goldenen Mitte zu beziehen weiß. Erforscht die Welt der Sachen. Mag einen Gegenstand in die Hand nehmen, ihn anfassen, seine physischen Qualitäten empfinden. Behält die Empfindungen lange im Gedächtnis. Manipuliert leicht die Gegenstände, indem er das aussucht, was für ihn gewohnt ist.

2. Die Emotionsethik  als Kreativitätsfunktion

Der Vermittler versteht die Ursachen der menschlichen Emotionen. Weiß, wie dieser oder jener Mensch aufzuheitern oder zu ärgern ist. Bei der informellen Kommunikation wirkt er immer freundlich, demonstriert Optimismus. Mag sich gerne im engen Freundeskreis amüsieren. Strebt danach, seine Umgebung mit Scherzen, Andeutungen, Streichen zu belustigen. Seine Gedanken richten sich darauf, wie positive Emotionen zu erreichen sind. Mischt sich in Streite, Differenzen, Auseinandersetzungen nicht ein, da er mit allen in Frieden leben will. Hält sich auf einer sicheren Distanz vom Konfliktherd. Sammelt und teilt seinen Bekannten verschiedene Gerüchte, Klatsche, sensationelle und einfach interessante Nachrichten mit. Er ist immer im Bilde über die weltliche Chronik seines Umkreises.

3. Die Zeitintuition  als Rollenfunktion

Zwingt sich, nicht eilig, gemessen und ruhig zu sein. Im Verkehr mit Menschen geizt nicht mit der Zeit, weiß die Vergnügungen auszudehnen. Mag hastige, sich immer beeilende Menschen nicht. Gedenkt gut der Jahrestage seiner Verwandten und Bekannten. Vergisst nicht, sie rechtzeitig zu beglückwünschen. Die Zeit arbeitet gewöhnlich für ihn: was ihm gerade misslingt, wird er in der Zukunft einholen. Mag sich nicht mit den Fristen verbinden, zeichnet sich durch Pünktlichkeit nicht aus. Macht alles in einem für ihn bequemen Tempo. Findet immer Gründe für seine Verspätungen. Die endgültige Lösung verschiebt er bis zur letzten Minute. Innerlich ein ziemlich wetterwendischer und schwankender Mensch. Man muss ihn anstoßen, damit er die Arbeit rechtzeitig beginnt und mit ihr zurechtkommt.

4. Die Handlungslogik  als Verletzbarkeitsfunktion

Der Vermittler arbeitet produktiv, wenn die Menschen Hilfe von ihm erwarten. Für ihn ist es notwendig, dass seine Bemühungen bemerkt und geschätzt werden. Wenn man ihn nicht lobt bzw. seine Arbeitsergebnisse nicht positiv bewertet, fühlt er sich innerlich sehr beleidigt, obwohl er das nicht zeigt. Ein wirtschaftlicher Mensch. Beschäftigt sich gerne mit der Versorgung, Ausstattung der Räume. Besonders bemüht er sich vor der Inspektion oder Ankunft der Gäste. Lässt geschäftliche Fragen durch seine Freunde und Bekannten entscheiden. Je unternehmungslustiger er ist, desto mehr Beziehungen knüpft er. Jedoch beschränkt die natürliche Faulheit das Wachstum seiner Kontakte. Er unterstützt hauptsächlich jene von ihnen, die ihm Nutzen bringen. Der Vermittler hängt sehr an seiner Arbeit bzw. Beschäftigungsart. Ihm fällt es schwer, Berufe zu wechseln, den gewohnten, eingerichteten Rhythmus der Arbeit zu stören.

5. Die Möglichkeitsintuition  als Suggestiv-Funktion

Der Vermittler erträgt schwer Einförmigkeit und Monotonie. Er braucht Alternativen der langweiligen Alltäglichkeit, Möglichkeiten zur Auswahl. Es macht ihm Vergnügen, wenn er einen Ausweg aus der schwierigen, scheinbar hoffnungslosen Situation findet. Für ihn ist der Verkehr mit den ungewöhnlichen Menschen anziehend, die viele Ideen und kühne Vorschläge haben. Die langweiligen, faden Menschen strengen ihn an. Er bemüht sich darum, deren Gesellschaft zu vermeiden. Findig und geschickt in der Zubereitung des Essens oder Gestaltung der Behausung. Auf diesem Bereich experimentiert er gerne, erfindet etwas Neues. Verhält sich tolerant zu Sonderlingen, Erfindern, überhaupt "weltfremden" Menschen. Er behandelt sie wie die Kinder, indem er für sie sorgt und ihre Streiche nachsichtig verzeiht.

6. Die Strukturlogik  als Aktivierungsfunktion

Der Vermittler nimmt ungeordnete Information schlecht wahr. Sie verwirrt ihn, verdirbt seine Stimmung. Es gefällt ihm, wenn die konkreten Erscheinungen mit allgemeinen Gesetzmäßigkeiten abgestimmt werden. Seine Laune steigt durch das Bewusstsein seiner Nützlichkeit, dass man ohne ihn nicht auskommen kann. Er mag, der ihm zugewiesenen Stellung zu entsprechen. Aktiviert sich, wenn man vor ihn ein deutliches Ziel stellt, eine Richtung der Bewegung erklärt. Die Wege für die Erreichung des Ziels findet er selbst. Er braucht keine „nackten Tatsachen“, keine Instruktionen oder Erklärungen. Die Hauptsache ist, dass ein System ihm gefällt, seine Emotionen hervorruft. Dann wird er gefasst und organisiert.

7. Die Willensensorik  als Kontrollfunktion

Der Vermittler hängt von dem Machtverhältnis in der konkreten Situation ab. Er sieht mögliche Aggression, Gleichgewichtsstörung, Stabilitätsverlust nicht schlecht voraus. Verhält sich kritisch zu trägen, passiven, apathischen Menschen. Versteht es, sie zu bewegen, aktivieren, indem er sie zu entschlossenen und schnellen Handlungen auffordert. Reagiert feinfühlig auf den Willensdruck. In der groben Kampfsituation benimmt er sich mit dem gleichartigen Grad der Aggressivität. Lässt es nicht zu, dass man ihn ausbeutet, seinen verträglichen Charakter missbraucht. Weiß, wann man drücken oder lockern soll. Jedoch strebt er nicht an, Menschen zu leiten. Die Machtverantwortung ist für ihn eine zu schwere Bürde. Es genügt ihm, seine eigenen Interessen verteidigen zu können.

8. Die Beziehungsethik  als Standardfunktion

In den Beziehungen zu den Menschen, die ihm gefallen und seine Neigung erwidern, ist er sehr aufmerksam und hilfsbereit. Demonstriert seine Sympathie nicht im Wort, sondern in der Tat. Ihm ist es unangenehm, etwas für sich selber zu erbitten oder anzustreben. Auf Bitte anderer Menschen kann er viel mehr machen. Dabei vergisst er sich auch nicht. Damit die Sache klappt, muss er erfassen, wer sich gut zu ihm verhält. Das Übrige ist eine Angelegenheit der Technik. Gespanntheit, schlechtes Verhältnis entziehen ihm seine Arbeitsfähigkeit. Ein guter Vermittler in den Verträgen, Geschäftsoperationen. Versteht es, die Ware mithilfe von informellen Beziehungen zu verbreiten. Die Beziehungen sind bei ihm mit den geschäftlichen Fragen eng verflochten.


© Autor: Viktor Gulenko
© Übersetzung: Nadiya Medvedovska